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Radweg Berlin - Usedom (1)

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Etappe 1: Berlin - Zepernick - Bernau (31 km)

 

Sofern Sie im Besitz der CD "TOP 200" sind, können Sie sich die unten abgebildete Etappe mit eingezeichneter Streckenführung hier als Overlay-Datei herunterladen (ca. 3 KB).
Informationen zur CD "TOP 200"

Radweg Berlin - Usedom: Etappe 1 von Berlin nach Bernau

Quelle: ATKIS® DTK200-V, © Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2004

 

Viele werden die Vorstellung, mitten im Zentrum von Berlin - also im Großstadtverkehr - eine Radtour beginnen zu wollen, wenig erbaulich finden, erst recht, wenn sie erfahren, daß derzeit (April 2008) auch noch keine Beschilderung für den Radweg Berlin - Usedom vorhanden ist. Aber erstens verläuft die Etappe weit überwiegend durch öffentliche Parkanlagen, zum Teil über ruhige Nebenstraßen und nur sehr wenige Meter entlang stark befahrener Straßen. Und zweitens ist die Streckenführung angenehm geradlinig und schlüssig, so daß die Straßennamenschilder zur Orientierung ausreichen (was den Senat jedoch nicht davon abhalten sollte, die Hinweise für den Radwanderweg aufzustellen).

Die Etappe beginnt am "Schloßplatz" beim ehemaligen Palast der Republik und führt westlich vom Dom ("Am Lustgarten") zur Alten Nationalgalerie, wo Sie rechts in die "Bodestraße" abbiegen, um alsbald die Spree zu überqueren. Jenseits geht es geradeaus weiter ("Anna-Louisa-Karsch-Straße") und somit zu einer beampelten Kreuzung, an der Sie geradeaus in die "Rochstraße" gelangen. Derart wird bald die Stadtbahn unterquert und nach dem Queren der "Münzstraße" der "Max-Beer-Straße" gefolgt.

Am nördlichen Ende der "Max-Beer-Straße" versetzen Sie wenige Meter links/rechts auf den dortigen Radweg, um sodann die "Torstraße" zu überqueren und geradezu dem Radweg an der "Schönhauser Allee" zu folgen. Bald endet der Radweg, und Sie wechseln auf den Radfahrstreifen, um am "Senefelder Platz" links in die "Schwedter Straße" abzubiegen. Damit sind Sie bereits mitten im Prenzlauer Berg und dürfen sich darüber freuen, daß die These von der Überalterung der Gesellschaft offensichtlich an den Haaren herbeigezogen ist; denn wenn Sie hier jemanden sehen, der oder die älter als 40 Jahre ist, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, daß diese Person nur zu Gast ist. Und künftige Rentenbeitragszahler werden hier auch in augenscheinlich ausreichender Zahl in die Welt gesetzt - sparen Sie sich also die unnötigen Sorgen.

Die Route folgt nun schlicht dem Verlauf der "Schwedter Straße" bis zum Mauerpark, wo die Räder je nach Witterung und entsprechendem Andrang auf dem glatten Schotterweg oder der Pflasterpiste rollen. Vorbei am Stadion des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks und der Max-Schmeling-Halle gelangen Sie bald nach der Querung der "Gleimstraße" leicht ansteigend - und vorübergehend auf der Fahrbahn rollend - zum "Schwedter Steg", womit ein herrlicher Ausblick auf das sog. Nordkreuz geboten wird.

Am Ende des Stegs halten Sie sich rechts und wählen wenige Meter weiter rechts die Abfahrt - unter der Brücke der "Behmstraße" hindurch - zur "Norwegerstraße". An deren nördlichem Ende führt die Route geradezu auf den einstigen Kolonnenweg, und Sie unterqueren die Bornholmer Straße, bevor der Weg nach Nordosten schwenkt. Während der Mauerradweg bei der nächsten Unterführung nach links leitet, versetzen Sie wenige Meter rechts/links auf die "Dolomitenstraße", um ihr bis zur Kreuzung mit der "Maximilianstraße" zu folgen und dort links abzweigend die Bahn zu unterqueren.

So geht es schnurstracks gen Norden durch die "Heynstraße" und die "Neue Schönholzer Straße" zur Einmündung in die "Breite Straße". Sie halten sich rechts, passieren alsbald das Rathaus von Pankow und radeln geradeaus entlang dem einstigen Anger bis zur Kreuzung auf der Höhe der Kirche. Dort schlagen Sie nun einen Haken links/links/rechts, um in die "Ossietzkystraße" zu gelangen; denn diese leitet schnurstracks zum Schloßpark.

Dort biegen Sie rechts/links auf den asphaltierten Weg ein, der bald über die Panke und sodann zur "Schloßallee" leitet, die mit einer glatten Schotterdecke befestigt ist. Schnurgerade geht es so durch den Park, und die Räder rollen danach weiter auf der "Schloßallee", die nun mal besser, mal schlechter asphaltiert ist, bis zur "Pasewalker Straße", wo sich die querenden Straßenbahnschienen in den Weg stellen.

Gemäß der Beschilderung des Pankewegs versetzen Sie rechts/links über die Schienen, queren danach die Straße gerade, um sogleich links auf den Geh- und Radweg entlang eines Autobahnzubringers zu wechseln und kurz darauf die Panke zu überqueren. Gleich danach biegen Sie links ab und erfreuen sich wenige Meter weiter an dem neuen Asphalt des Geh- und Radwegs entlang der Panke.

Leider währt das Glück nicht ewig, und das Ende des guten Rollgrunds ist schon bei der nächsten Straßenquerung ("Bahnhofstraße") erreicht. Leider mangelt es dort auch an einer Querungshilfe, und so müssen Sie sich mit dem oftmals doch recht dichten Verkehr herumschlagen, um links/rechts über die Straße auf die andere Seite der Panke zu versetzen. Dort wird sodann ein festgrundiger, aber teils mit grobem Schotter durchsetzter Weg geboten, der wieder ganz nah der Panke - und leider auch der Autobahn - verläuft.

Nach einer Weile erreichen Sie eine Fußgänger- und Radlerbrücke über die Panke und die Autobahn, bevor der Belag zu Asphalt wechselt. Der ist erst ziemlich hoppelig, bald aber besser befahrbar und leitet zur nächsten Brücke. Ca. 100 m vor dieser zweigt die Route - ohne Hinweis des Pankewegs(!) - links ab, um alsbald rechts zur Brückenauffahrt zu leiten. Derzeit (April 2008) ist die Brücke wegen Bauarbeiten gesperrt, weshalb Sie sich der ersten bedienen müssen, wo aber direkt am Pankeweg leider kein Umleitungsschild zu finden ist!

Nach der zweiten Brücke schlagen Sie einen weiten 270°-Rechtsbogen, und die Räder rollen wieder auf einem festgrundigen, teils mit grobem Schotter durchsetzten Weg. Es ist aber auch nicht weit bis zu einer glatt asphaltierten Straße, der Sie geradeaus folgen, um alsbald eine Bahnlinie zu unterqueren. Wenige Meter weiter knickt die Straße rechts ab, und Sie folgen links dem einspurigen Weg über die Panke hinweg, um sogleich danach rechts beständig auf einem neuen und schön glatten Schotterweg direkt entlang des Bachs zu radeln.

Die "Pankgrafenstraße" queren Sie gerade - leider wieder ohne Querungshilfe - und setzen danach die genüßliche Fahrt fort, wobei nun das Naturschutzgebiet Karower Teiche passiert wird. Einfach dem guten Belag folgend unterquert man später eine Bahnlinie, und die Räder rollen sodann auf Asphalt leicht ansteigend, um die Autobahn zu überqueren. Entsprechend geht es wieder abwärts, bevor sich ein schlaglochreiches Schotterstück anschließt.

Wenn geradezu wieder Asphalt lockt, geht es rechts unter der Eisenbahn her. Danach rollen die Räder noch wenige Meter geradeaus, bevor Sie ein wenig links/rechts versetzen und auf eine Plattenbausiedlung zu fahren. Einfach dem glatten Schotter folgend schwenken Sie nach einer Sporthalle ein wenig nach links, bevor Sie eine Straße gerade queren und einem betonsteingepflasterten Weg folgen. Bald rollen die Räder auf großen Betonplatten zur "Walter-Friedrich-Straße" (Einbahnstraße in Gegenrichtung!), wo Sie sogleich links abbiegen, um nun zurück zur Panke zu rollen.

Der Bach wird überquert und ihm rechts bis zur neuen Einkaufspassage von Buch gefolgt, die links wie rechts nicht zu übersehen ist. An der gleich darauf erreichten "Wiltbergstraße" fehlt mal wieder eine Querungshilfe, und Sie versetzen links/rechts, um auf einem wieder festgrundigen, aber etwas hoppeligen Weg durch den Park zu fahren. Bald ist der Belag erneuert und glatt, so daß Sie zügig zur nächsten Straße radeln können. Der "Pölnitzweg" wird gerade gequert, danach ein Rechts-/Linksbogen geschlagen und auf einer herrlich glatten Asphaltbahn gefahren, die mit viel Schotter abgestreut ist.

Ach, so könnte es immer weiter gehen, tut es aber nicht, sondern mitten in der Pampas ist mal wieder das Ende der Ausbaustufe erreicht. Dem Hinweis für die Umleitung folgend, geht es zum "Röntgentaler Weg" und dort auf dem unbefestigten Gehweg nach Zepernick. Wenn die Straße bald nach rechts abknickt, geht es links auf einem Geh- und Radweg am Bahndamm weiter und so vorbei am S-Bhf. Röntgental zur "Bahnhofstraße". Dieser folgen Sie rechts - bald vorbei an einem Park -, bis die Radhinweise links in die "Triftstraße" lenken.

Der betonsteingepflasterte Gehweg ist für Radfahrer freigegeben, so daß Sie der etwas holprigen Fahrbahn ausweichen können. Nach einer Weile knickt die Route rechts in die "Straße der Jugend" ab, bevor Sie wenige Meter weiter auf die linke Straßenseite wechseln, weil der Radweg Berlin - Usedom nach der Brücke über die Panke links abknickt. Auf gutem Asphalt radeln Sie sodann bis zur "Schönerlinder Straße", queren gerade und zweigen wenige Meter weiter von der "Poststraße" links in die "Eisenbahnstraße" ab. Folgerichtig geht es bis zum Bahndamm, dort rechts und hernach zur "Schönower Straße". Über den Gehweg versetzen Sie wenige Meter rechts/links, um entlang der Bahn wieder auf glattem Asphalt fahren zu können.

Bald gewinnen Sie ein wenig an Höhe, und der Weg schwenkt kurz darauf nach rechts, bevor die Route links weiter führt. Wenige Meter weiter versetzt der Radweg Berlin - Usedom auf die rechte Seite der "Oderstraße", und sodann ist es nur noch ein kurzes Stück bis zu einer Brücke über die Panke, wo einspuriger Asphalt geboten wird. Kurz darauf begleitet diesen auch ein breiter betonsteingepflasterter Gehweg, auf dem auch geradelt werden darf, so daß Sie die Qual der Wahl haben. Dies gilt auch, wenn die Route rechts in die "Eichendorffstraße" abknickt und bis zur T-Kreuzung mit der "Theodor-Körner-Straße" leitet. Dort biegen Sie links ab und queren kurz darauf die "Zepernicker Chaussee" gerade.

Auf den letzten Kilometern zum Etappenziel Bernau können Sie jetzt nochmal richtig 'Gas geben'; denn es wird superglatter Asphalt in Skaterqualität geboten. Einfach dem schwarzen Band folgend unterqueren Sie bald die Autobahn, wobei die Panke sinnigerweise unter Ihnen fließt. Bitte? Ja, das stimmt. Nach einer ganzen Weile radeln Sie ein wenig hügelan, kommen dicht an die Bahn heran und schlagen dann einen Bogen rechts/links, bevor die Bundesstraße 2 erreicht wird. An ihr entlang geht es ein paar Meter rechts weiter, um sie sodann links abbiegend zu queren und vorbei an Gewerbebetrieben wieder in die Wiesen zu radeln. Erneut rollen die Räder auf superglattem Asphalt ("Barnimer Qualität"), so daß Sie zügig den Busbahnhof von Bernau erreichen, wo es links und damit unter der Bahn her geht, bevor linker Hand der Bahnhof zu finden ist und diese Etappe endet.

 

Stadtinfo

Blick über die Altstadt von Bernau, Radweg Berlin - UsedomBernau, 80 m ü.N.N., 36.000 Einw., geht es wie vielen Städten, man wüßte gern, wann der Ort gegründet wurde, weiß es aber nicht genau; denn seinerzeit wurden derlei Gründungsakte und auch sonstige Rechtsgeschäfte (wie z.B. die Verleihung der Stadtrechte) nur selten schriftlich fixiert, und selbst wenn, dann wäre die entsprechende Unterlage in Bernau wohl verloren gegangen, da bei zwei großen Stadtbränden (1406 und 1484) auch das Rathaus betroffen war. Also bleibt nur die Ableitung aus anderen (gesicherten) Geschehnissen, und wenn Sie interessiert, warum die Bernauer meinen, daß ihre Stadt 2007 genau 775 Jahre alt geworden ist, dann sollten Sie auf der Website der Stadt unter ? 'Kurzportrait' ? 'Zur Geschichte' mal den Abschnitt ? '775 Jahre Bernau' lesen, in dem der Direktor des Heimatmuseums – Herr Bernd Eccarius (für einen Museumsdirektor doch ein sehr passender Name, oder?) – darlegt, wie man zu dem Schluß kam, daß Bernau 1232 die Stadtrechte verliehen wurden. Übrigens endet diese Erörterung mit den klugen Worten: "Weißt Du Besseres als dieses, teile es uns aufrichtig mit, wo nicht, bediene Dich dessen, wovon wir geschrieben."

Stadtmauer in Bernau, Radweg Berlin - UsedomBernau wurde alsbald bis über die Grenzen der Mark Brandenburg hinaus bekannt für das hier gebraute Bier und führte Anfang des 17. Jh. immerhin bis zu 30.000 Tonnen Gerstensaft aus. Zusammen mit der ansässigen Tuchproduktion brachte das einen erklecklichen Wohlstand mit sich, und so konnte man sich eine mächtige Stadtbefestigung gönnen, die denn auch tatsächlich mehrmals Angreifern erfolgreich trotzte und von der beachtliche Teile erhalten sind. Der Dreißigjährige Krieg und die Pest brachten dann aber den Niedergang der Stadt mit sich, und so recht erholen konnte sich Bernau davon erst im 19. Jh. nach dem Anschluß an das Eisenbahnnetz.

Steintor in Bernau, Radweg Berlin - UsedomWenn Sie mehr über die Geschichte der Stadt, u.a. über den Angriff der Hussiten (benannt nach dem Theologen und Reformator Jan Hus, geboren ca. 1370, trotz Zusage freien Geleits auf dem Konstanzer Konzil zum Tode verurteilt und 1415 verbrannt), erfahren wollen, sollten Sie das Heimatmuseum besuchen, das auf zwei Standorte verteilt ist, und zwar das Steintor und das Henkerhaus. Im Steintor präsentiert man mittelalterliche Waffen, Erinnerungsstücke an das Bernauer Bier und an die Textilherstellung. Das Henkerhaus liefert mit verschiedenen Exponaten vor allem ein anschauliches Bild des Alltagslebens vom 17.-19. Jh., widmet sich aber auch der mittelalterlichen Gerichtsbarkeit – das Steintor ist Mai-Okt. di-fr 9-12 & 14-17 h, sa & so 10-13 & 14-17 h, das Henkerhaus ganzjährig di-fr 9-12 & 13-17 h, sa & so 10-13 & 14-17 h geöffnet.

Medien- und Kunstmuseum in Bernau, Radweg Berlin - UsedomWenn Sie sich mehr für zeitgenössische Kunst interessieren, werden Sie eher einen Besuch des Medien- und Kunstmuseums – unweit westlich der St.-Marien-Kirche und des Marktplatzes am Pulverturm gelegen – in Erwägung ziehen. Es widmet sich dem Lebenswerk des Medienkünstlers – und ehemaligen Professors der Technischen Universität Berlin – Wolf Kahlen, von dem Sie sich vorab schon mal einen Eindruck verschaffen können, wenn Sie die Website http://home.snafu.de/ruine-kuenste.berlin besuchen. Das Museum ist fr-so 15-18 h geöffnet, Eintritt 4 €, www.wolf-kahlen.net.

Bernau, Radweg Berlin - Usedom Fremdenverkehrsamt, Bürgermeisterstraße 4, 16321 Bernau bei Berlin, Fon 03338 / 761919, Fax 03338 / 761970, E-Mail fremdenverkehrsamt@bernau-bei-berlin.de, Internet www.bernau-bei-berlin.de.

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Radweg Berlin - Usedom (1)

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